Workshop 24

Populäre (Kunst-)Objekte im kolonialen und postkolonialen Diskurs

Zahlreiche Artefakte der materialisierten Kultur spielten während der Kolonialzeit aber auch in den darauf folgenden Jahren eine besondere Rolle:

Antiquitäten und besonders ausgearbeitete Ethnographika aus den Kolonien aber auch neu eingeführte Dinge aus der Warenwelt der Metropole wurden in diversen Diskursen zum Sinnbild der Fähigkeit bzw. Unfähigkeit der Kolonisierten und nicht selten als Argument in die Rechtfertigungsnarrative um Förderungswürdigkeit bzw. –notwendigkeit der indigenen Bevölkerung eingebracht. Ebenso lassen sich Objekte identifizieren, die für die „Kolonisierten“ selbst von besonderer Bedeutung für neu entstandene nationale und regionale Identitäten wurden oder in der Auseinandersetzung mit und zwischen den Kolonialmächten an Relevanz gewannen.

Am Beispiel einzelner Objektbiographien soll diesen vielfältigen und miteinander verwobenen Bedeutungsebenen nachgegangen werden. Von Interesse ist daher nicht nur die Geschichte von Umdeutungs- oder Aneignungsprozessen im kolonialen Kontext sondern darüber hinaus vor allem die Frage, welche Relevanz und gegebenenfalls auch Konnotation diesen Objekt-Diskursen in den gegenwärtigen Gesellschaften zukommt. Vorstellbar sind Fallbeispiele von musealen Kunstobjekten bis hin zu Gütern des Massenkonsums.

Beiträge sollten die Vortragsdauer von 15 min. nicht überschreiten. Ein Abstract des vorzuschlagenden Vortrags mit etwa 200 Wörtern und mit Angabe von Kontaktdaten des Referenten bitten wir bis zum 31. Mai 2009 zu senden an:
Ronja Metzger (metzger@em.uni-frankfurt.de) und Editha Platte (platte@em.uni-frankfurt.de), Frobenius-Institut Frankfurt/Main.

 

Termin / Raum

Freitag, 02.10.200, 15.00 bis 16.45 Uhr und 17.15 bis 19.00 Uhr / Raum 0.454 (Hauptgebäude)

 

Vorträge inkl. Abstracts als pdf

15.00 Uhr Begrüßung und Einleitung

15.10 Uhr Natalie Göltenboth (München): Camouflage, Appropriation, Readymades - Das Spiel mit Form und Inhalt in Kontext afrokubanischer „Kunstwelten“

15.35 Uhr Caroline Kollewe (Dresden): Wie böse Steine zu wertvollen Stücken werden. Umdeutung und Aneignung präkolumbischer Objekte im Süden Mexikos

16.00 Uhr Editha Platte (Frankfurt/M.): It’s a fake, it’s a replica! Zur Popularität eines nicht vorhandenen Bronze Kopfes aus Ife/Nigeria

16.25 Uhr Diskussion

16.45 Uhr Kaffeepause

17.15 Uhr Kerstin Pinther (Frankfurt/M.): "Desire in Representation". Künstlerrecherchen zu Praxen des Sammelns und Ausstellens in ethnologischen Museen

17.40 Uhr Michaela Oberhofer (Berlin): Die Aneignung von Kleidung. Divergierende Diskurse von Sammlern und Bamum im kolonialen Kontext

18.05 Uhr Ronja Metzger (Frankfurt/M.): The face of Festac. Zur (Wieder-)Aneignung eines "geraubten Kulturguts"

18.30 Uhr Diskussion

19.00 Uhr Ende