Workshop 16
Ostasien: Anthropologie einer Region im Wandel
Ostasien hat sich schon frühzeitig und weitgehend ohne direkte koloniale Unterwerfung Elemente der westlichen Moderne angeeignet, aber die Besonderheit und Eigenständigkeit kultureller Traditionen durchaus betont. Die Ethnologie Ostasiens hat lange Zeit die Erforschung der Kontinuitäten bevorzugt und "westliche Einflüsse" entweder ignoriert oder als korrumpierend dargestellt. Ostasien ist jedoch als blosses "Anderes" der westlichen Welt mißverstanden, und neben der selektiven Aneignung externer kultureller Elemente stehen Kontinuitäten und eigenständige, als globale Exportprodukte erfolgreiche Innovationen aller Art. Der Workshop möchte sowohl mit Beiträgen aus aktuellen ethnographischen Forschungen als auch mit Reflexionen des Forschungsstandes zu einer Belebung der deutschsprachigen Ostasien-Ethnologie beitragen und sich auch der Frage nach dem Potenzial der Region für die allgemeine Fachdiskussion stellen.
Prof. Dr. Susanne Brandstädter
(Universität Oslo, s.e.brandtstadter@sai.uio.no)
PD Dr. Christoph Brumann
(Universität zu Köln, christoph.brumann@uni-koeln.de)
Termin / Raum
Freitag, 02.10.2009, 15.00 bis 17.15 Uhr / Raum 454 (Hauptgebäude)
Vorträge inkl. Abstracts als pdf
Susanne Brandtstädter: Zur Moralität des Rechts nach Mao: Aushandlungen von Modernität, Autorität und Gerechtigkeit in China
Hans Steinmüller: Das räumliche und moralische Zentrum des Hauses in Zentralchina, oder: Wie volkstümlicher Konfuzianismus peinlich wurde.
Inge Rösch-Rhomberg: "Liebe zwischen Ehegatten" und "filiale Pietät": Zwei aufeinanderprallende Werte, symbolisch vereint im modernen koreanischen Hochzeitsritual
Michiko Uike-Bormann: Gaikoku Mura (ausländische Dörfer): Kultur- und Geschichtsbilder in japanischen Themenparks
Christoph Brumann: Patina und Pesto: Zur sozialen Aneignung des städtischen Kulturerbes in Kyoto